24 March 2026, 10:16

Innovative "Einspeisesteckdose" soll Stromnetz-Engpässe in Bayern entschärfen

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Eisenbahnstrecke.

Innovative "Einspeisesteckdose" soll Stromnetz-Engpässe in Bayern entschärfen

Netzbetreiber in ganz Deutschland kämpfen mit der steigenden Nachfrage nach Anschlusskapazitäten. Viele Planer von Photovoltaikanlagen und Speichersystemen sehen sich mit langen Wartezeiten konfrontiert, da die verfügbaren Kapazitäten begrenzt sind. Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) bestätigt diese Herausforderungen und unterstreicht die Dringlichkeit neuer Lösungen.

Als Reaktion darauf testet LEW Verteilnetz einen innovativen Ansatz namens "Einspeisesteckdose"*, um Engpässe im Stromnetz zu entschärfen. Das Projekt soll es ermöglichen, mehr Erneuerbare-Energien-Projekte anzubinden, ohne die bestehende Infrastruktur zu überlasten.

Im Rahmen des Pilotprojekts in Balzhausen wird ein einzelner Netzanschluss mit 80 Megawatt Leistung genutzt, um mehrere Energieanlagen zu versorgen. LEW Verteilnetz wird drei Speichersysteme, drei Photovoltaikanlagen und einen Windpark mit einer Gesamtleistung von 126 Megawatt anschließen – das übersteigt die Nennkapazität des Netzes um 60 Prozent. Möglich wird dies durch ein Bündel an Technologien, die den Stromfluss dynamisch steuern.

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Ein zentrales Merkmal des Systems ist sein netzneutrales Design. Der von Green Flexibility gebaute Batteriespeicher kann die Einspeiseleistung vorübergehend drosseln, um Überlastungen zu vermeiden. Das Unternehmen investiert rund 40 Millionen Euro in eine 40-Megawatt-Speicheranlage mit einer Kapazität von 80 Megawattstunden, die voraussichtlich Anfang 2026 in Betrieb gehen soll.

Die offizielle Inbetriebnahme der "Einspeisesteckdose" ist für nächsten Monat geplant. LEW Verteilnetz hat jedoch bestätigt, dass bis März 2026 keine weiteren Pilotprojekte dieser Art in anderen Regionen vorgesehen sind. Der Test in Balzhausen bleibt vorerst der einzige aktive Feldversuch dieses Konzepts.

Die "Einspeisesteckdose" könnte einen Weg bieten, um den Anschluss von Erneuerbare-Energien-Projekten in Regionen mit begrenzter Netzkapazität zu beschleunigen. Durch die kontrollierte Überkapazität könnte das System dazu beitragen, Verzögerungen bei Solar-, Wind- und Speicherprojekten zu verringern. Die Ergebnisse dieses Pilotvorhabens werden zeigen, ob ähnliche Lösungen künftig breiter eingesetzt werden können.

Quelle