Italos Einstieg in den deutschen Fernverkehr sorgt für Streit und Kapazitätsängste
Johanna MüllerItalos Einstieg in den deutschen Fernverkehr sorgt für Streit und Kapazitätsängste
Italo, eine Tochter der EVN, plant ab 2028 den Einstieg in den deutschen Fernverkehr. Das Unternehmen will auf zentralen Strecken wie München–Frankfurt–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg verkehren. Die Ankündigung sorgt bei Verkehrsverantwortlichen und Branchenvertretern für Besorgnis.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter äußerte Bedenken hinsichtlich der Konkurrenz um die bestehenden Schienennetze. Er fürchtet, dass der Markteintritt von Italo die Kapazitäten des aktuellen Systems überlasten könnte.
Michael Peterson, Leiter des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, warnte, dass bis zu 120 Bahnhöfe betroffen sein könnten. Sollte Italo seine Pläne umsetzen, drohe in mindestens 16 Städten der Verlust von ICE- und IC-Anbindungen.
Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), kritisierte, Italo könnte sich die lukrativsten Strecken „rosinenpickend“ aussuchen. Die Gewerkschaft warnte zudem vor erheblichen Kürzungen im Regionalverkehr.
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, forderte die Politik auf, klarere Wettbewerbsregeln zu schaffen. Sie betonte die Notwendigkeit eines Rahmens, um die Auswirkungen auf bestehende Angebote zu steuern.
Italos geplante Expansion auf dem deutschen Schienenmarkt könnte den Fernverkehr grundlegend verändern. Die Pläne könnten zu Einschränkungen bei der Verkehrsanbindung zahlreicher Städte führen. Verkehrsverantwortliche und Gewerkschaften mahnen, die Folgen für das gesamte Netz sorgfältig abzuwägen.






