Ladesysteme für E-Autos: Neue Studie offenbart gravierende Mängel bei allen Herstellern
Elias BraunLadesysteme für E-Autos: Neue Studie offenbart gravierende Mängel bei allen Herstellern
Neue Studie deckt anhaltende Probleme bei Ladesystemen für Elektroautos auf
Der Münchner B2B-Spezialist für Ladeinfrastruktur, EcoG, hat diese Woche seinen zweiten Ladezuverlässigkeitsindex (CRI) veröffentlicht – mit ernüchternden Ergebnissen. Die Untersuchung von zehn führenden Onboard-Ladeplattformen zeigt: Kein einziges System erfüllt die Kundenerwartungen an eine reibungslose, fehlerfreie Nutzung.
Getestet wurden Lösungen von BMW, Ford, Geely, Hyundai, Lucid, Mercedes, SAIC, Stellantis, Tesla und Volkswagen. Während die beste Plattform 76 von 100 möglichen Punkten erreichte, kam das Schlusslicht lediglich auf 39 Zähler. Die Daten unterstreichen anhaltende Mängel im Lademanagement und bei der zugrundeliegenden Softwarearchitektur.
Besonders kritisch: wiederkehrende Unterbrechungen während des Ladevorgangs, die zu tiefer Entladung der Batterie und beschleunigtem Kapazitätsverlust führen können. Zudem beeinträchtigten fehlerhafte Schnittstellen zwischen Fahrzeugen und Ladestationen die Zuverlässigkeit – ebenso wie häufige Ausfälle der 12-Volt-Bordbatterien und Autorisierungszeitüberschreitungen.
EcoG verzeichnete zwar Fortschritte seit dem ersten Bericht, etwa bei der Stabilität der Ladeprozesse und der Signalqualität. CEO Jörg Heuer betonte, dass keine Verletzungen durch Ladevorfälle dokumentiert wurden – ein wichtiger Schritt für die Systemsicherheit. Allerdings klaffen die Standards bei der Cybersicherheit weit auseinander: Während westliche Hersteller auf starke Datenverschlüsselung setzen, zeigen einige chinesische Marken weniger Engagement beim Schutz vor digitalen Bedrohungen.
Die Ergebnisse offenbaren systematische Lücken in der Ladezuverlässigkeit bei führenden Automobilherstellern. Zwar hat sich die Sicherheit verbessert, doch ungelöste Probleme wie Unterbrechungen und Cyberrisiken bleiben bestehen. Die Studie mahnt: Die Branche muss diese Schwachstellen dringend beheben – um Fahrererwartungen zu erfüllen und die langfristige Batteriegesundheit zu sichern.






