Landshut setzt auf Vernetzung für Familien mit Behinderungen und Risikofällen
Hannah BöhmLandshut setzt auf Vernetzung für Familien mit Behinderungen und Risikofällen
Erstes Vernetzungstreffen seiner Art in Landshut
Am 27. August 2025 fand in Landshut ein bisher einzigartiges Vernetzungstreffen statt. Die Veranstaltung brachte lokale Beratungsstellen zusammen, die Familien und junge Menschen mit Behinderungen oder einem Risiko für Behinderungen unterstützen. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Eingliederungshilfe zu verbessern und dabei die spezifischen Bedürfnisse betroffener Familien stärker zu berücksichtigen.
Organisiert wurde das Treffen von Janine Brabender und Katharina Hellmann, die als Prozessbegleiterinnen für die Stadt Landshut und das Kreisjugendamt tätig sind. Zu den Teilnehmenden zählten unter anderem die Behindertenbeauftragte der Stadt sowie Fachkräfte der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) beim Bezirksverband Oberbayern des BRK und der Lebenshilfe Landshut. Gemeinsam diskutierten sie Möglichkeiten, Unterstützungsstrukturen effizienter zu gestalten und Familien die Orientierung im oft komplexen Hilfesystem zu erleichtern.
Bayern verfügt bereits über mehr als 250 Frühförderstellen, die Familien mit Kindern mit Behinderungen oder Entwicklungsauffälligkeiten Beratung und Hilfe anbieten. Zudem betreiben die 160 Mitgliedsorganisationen der Lebenshilfe Bayern rund 1.000 Einrichtungen, Dienstleistungen und Beratungsstellen in der gesamten Region. Dennoch zeigte eine Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus dem Jahr 2022, dass Eltern und junge Menschen mit Behinderungen nach wie vor unter erheblicher psychischer Belastung und Zeitdruck aufgrund der Betreuungsanforderungen leiden.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Eine engere Zusammenarbeit ist entscheidend, um bestehende Angebote zu optimieren, Netzwerke zu stärken und maßgeschneiderte Hilfen zu entwickeln. Die Beratungsstellen selbst wollen den Prozess erleichtern, indem sie Familien durch bürokratische Hürden begleiten und bei Anträgen auf Unterstützung helfen. Weitere Vernetzungstreffen sind bereits geplant, um diese Bemühungen fortzusetzen.
Das Treffen unterstrich die Notwendigkeit einer besseren Abstimmung zwischen Jugendhilfe und Eingliederungshilfe. Durch eine gemeinsame Zusammenarbeit hoffen die beteiligten Organisationen, den Zugang zu Hilfsangeboten zu vereinfachen und die Belastung für Familien zu verringern. In künftigen Sitzungen soll es darum gehen, diese Partnerschaften weiter auszubauen und individuelle Lösungen zu erweitern.






