16 November 2025, 00:15

Löwenzahn als Kautschuk-Lieferant: Durchbruch für nachhaltige Autoreifen in Sicht

Ein Auto steht mit einer Kette und einer Flasche neben der Straße.

Löwenzahn als Kautschuk-Lieferant: Durchbruch für nachhaltige Autoreifen in Sicht

Landwirtschaftsminister Alois Rainer bewertet Fortschritte bei der Züchtung von Löwenzahn-Kautschuk

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat kürzlich die Fortschritte bei Anbau und Selektion von Löwenzahn als Kautschuk-Lieferant bewertet und dessen Potenzial für verschiedene Anwendungen hervorgehoben. Zwar steht eine kommerzielle Produktion noch nicht bevor, doch seit 2012 fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entsprechende Forschungsprojekte.

Das Pflanzenzüchtungsunternehmen Eskusa treibt die Umwandlung von wildem Löwenzahn in eine erneuerbare industrielle Ressource voran. Gemeinsam mit Partnern arbeitet das Unternehmen daran, bis 2026 Anbau, Selektion und Skalierung voranzubringen. Aktuell wird der Löwenzahn-Anbau in Deutschland auf rund 60 Hektar Testflächen erprobt. Bei Erfolg könnte ein einziger Hektar bei einer Zielernte von 1.000 Kilogramm pro Hektar genug Material für etwa 500 Autoreifen liefern.

Der Reifenhersteller Continental hat bereits Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Löwenzahn-Kautschuk entwickelt und erste Prototypen von Autoreifen hergestellt. Das Konsortium strebt an, dieses Feld bis 2026 entscheidend voranzubringen – als vielversprechende Alternative zu Kautschuk-Importen aus tropischen Bäumen.

Die Löwenzahn-Kautschuk-Produktion gewinnt in Deutschland an Fahrt: Forschung und Tests laufen auf Hochtouren. Gelingt der Durchbruch, könnte dies die Reifenindustrie revolutionieren und die Abhängigkeit von tropischen Kautschuk-Importen verringern. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob und wann eine kommerzielle Produktion realisierbar ist.