Marzahner Pride 2024: Eine Woche Widerstand und queere Sichtbarkeit im Bezirk
Ben SchmidtMarzahner Pride 2024: Eine Woche Widerstand und queere Sichtbarkeit im Bezirk
Marzahner Pride findet in diesem Jahr mit einem einwöchigen Programm statt, das in einem Umzug durch den Bezirk gipfelt. Die von Quarteera e.V. organisierte Veranstaltung beginnt um 12 Uhr auf der Allee der Kosmonauten, gefolgt von einem Kieztfest ab 14:30 Uhr. Das Motto 2024 lautet: „Sichtbarkeit ist Widerstand“.
Der Umzug und das Fest sollen queere Communities feiern und unterstützen – insbesondere solche aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus. Marzahn, bekannt für seine große Migrant:innen-Gemeinschaft, ist gleichzeitig Schauplatz anhaltender Diskriminierung gegen queere Geflüchtete und Migrant:innen.
Im vergangenen Jahr sah sich der Marzahner Pride mit Drohungen der rechtsextremen Gruppe Deutsche Jugend Voran konfrontiert. Fast die Hälfte aller Pride-Veranstaltungen in Deutschland wurde 2023 von Rechtsextremen angegriffen. Vanessa Krah, die Queer-Beauftragte Marzahns, warnt vor falscher Sicherheit: Letzte-Minute-Drohungen und Einschüchterungsversuche durch Extremist:innen seien weiterhin an der Tagesordnung. Zwar gibt es bisher keine konkreten Hinweise auf Mobilisierungen gegen die diesjährige Veranstaltung, doch rechtsextreme Aktivitäten und Propaganda bleiben im Bezirk präsent – zuletzt nahm auch die Zahl körperlicher Angriffe zu.
Die Organisator:innen halten dennoch am geplanten Ablauf fest. Angesichts vergangener Vorfälle sind jedoch Sicherheitsvorkehrungen zu erwarten. Die einwöchigen Feierlichkeiten unterstreichen die Bedeutung von Sichtbarkeit für queere Communities angesichts anhaltender Herausforderungen.






