Medienumbrüche und politische Eklats: SZ-Chef geht, RBB-Prozess läuft, Trump polarisiert
Ben SchmidtMedienumbrüche und politische Eklats: SZ-Chef geht, RBB-Prozess läuft, Trump polarisiert
RBB, SZ, Politico und Trump
Neue Klage gegen Ex-RBB-Intendantin, Chefredakteur der SZ tritt zurück – und immerhin gab es bei Politico ein nettes Interview mit Donald Trump.
- Dezember 2025, 09:06 Uhr
Stichworte: Politik und Gesetzgebung, Innenpolitik, Allgemeine Nachrichten
An der Spitze der Süddeutschen Zeitung (SZ) steht ein Wechsel bevor: Judith Wittwer übernimmt als alleinige Chefredakteurin die Nachfolge von Wolfgang Krach, der das Amt Ende 2025 verlässt. Gleichzeitig sorgen juristische und politische Entwicklungen in Medien, Wirtschaft und internationalen Beziehungen für Schlagzeilen.
Bei der Süddeutschen Zeitung führt Wittwer die Redaktion nun gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Ulrich Schäfer. Ihre Berufung folgt auf Krachs Abgang, der nach Differenzen mit den Anteilseignern des Münchner Blattes erfolgte. Näheres zu den internen Spannungen wurde nicht bekannt.
In einem anderen Fall der deutschen Medienlandschaft sieht sich Patricia Schlesinger, die ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), mit Untreuevorwürfen der Berliner Staatsanwaltschaft konfrontiert. Der Fall reiht sich ein in die anhaltende Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern. Unabhängig davon gewann kürzlich Claudia Nothelle, ehemalige RBB-Programmdirektorin, einen Rechtsstreit gegen denselben Sender.
In der Wirtschaft meldete der Energiekonzern RWE einen Jahresgewinn von 673.000 Euro bei Umsätzen in Höhe von 20 Millionen Euro. Die Zahlen fallen in eine Phase der Umstrukturierung bei der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH), die ihre Investitionen auf Bayern und Thüringen konzentriert, während kleinere Lokalzeitungen mit Sparmaßnahmen belastet werden.
Auf politischer Ebene sorgte Friedrich Merz jüngst für Irritationen, als er der EU vorwarf, zu nah an Donald Trump gerückt zu sein – und gleichzeitig eine europäische Friedensinitiative vorschlug. Derweil signalisierte der US-Präsident Pläne, die Beziehungen zu Österreich im Rahmen einer neuen Sicherheitsstrategie zu stärken.
International löste Australiens Verbot von Social Media für Kinder Widerstand aus; die Plattform Reddit reichte daraufhin Klage ein. In Deutschland treibt die Bundesregierung ein neues Gesetz voran, das Journalisten, Forscher und Privatpersonen vor strategischen Klagen gegen öffentliche Beteiligung (SLAPP) schützen soll – allerdings nur in grenzüberschreitenden Fällen.
Die Süddeutsche Zeitung steht nun unter Wittwers Führung und markiert damit eine Zäsur nach Krachs Abschied. Während sich juristische Auseinandersetzungen in der Medienbranche weiterziehen, spiegeln RWEs Geschäftszahlen und die SWMH-Umstrukturierung größere wirtschaftliche Anpassungen wider. Die begrenzten SLAPP-Schutzmaßnahmen der Regierung und Merz’ umstrittene Äußerungen runden eine Woche prägender Entwicklungen in verschiedenen Bereichen ab.