Millardenverlust bei MTU: Defekte Turbinenteile legen Hunderte Airbus-Jets lahm
Elias BraunMillardenverlust bei MTU: Defekte Turbinenteile legen Hunderte Airbus-Jets lahm
Ein schwerwiegender Defekt an Turbinenteilen zwingt Hunderte Airbus-Jets zur Außerbetriebnahme. Ursache ist fehlerhaftes Metallpulver, das der Hersteller Pratt & Whitney verwendet hat. Die daraus resultierenden Überprüfungen und Rückrufe haben beim Zulieferer für Triebwerkskomponenten, MTU, einen finanziellen Verlust von einer Milliarde Euro verursacht.
Das Problem begann mit mangelhaftem Metallpulver in der Produktion der Turbinenscheiben von Pratt & Whitney. Dieser Fehler führte zu weitverbreiteten Triebwerksausfällen in Flugzeugen des Typs Airbus A320neo. Die Luftfahrtbehörden ordneten nun dringende Inspektionen an, wodurch weltweit Hunderte Maschinen am Boden bleiben müssen.
MTU, ein zentraler Zulieferer für diese Triebwerke, verzeichnete im dritten Quartal einen Nettoverlust von 568 Millionen Euro. Das Unternehmen verbuchte eine einmalige Belastung von einer Milliarde Euro für die Rückrufkosten. Ohne diese Ausgaben hätte MTU einen bereinigten operativen Gewinn von über 800 Millionen Euro erzielt – ein Rekordwert.
Trotz des Rückschlags bleibt die operative Geschäftsentwicklung von MTU robust. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Jahresumsatz zwischen 6,1 und 6,3 Milliarden Euro. Durch den Rückruf rutschte das operative Gesamtergebnis für den Zeitraum jedoch in die roten Zahlen.
Die Stilllegung der Airbus-Maschinen wird anhalten, während die Inspektionen schrittweise durchgeführt werden. MTUs Finanzkennzahlen haben einen deutlichen Dämpfer erhalten, doch das Kerngeschäft bleibt profitabel. Nun steht das Unternehmen vor der Herausforderung, die Folgen des Rückrufs zu bewältigen und gleichzeitig die Produktionsstabilität aufrechtzuerhalten.






