Münchens neuer Oberbürgermeister Krause blockiert Flughafen-Ausbau mit Klimakurs
Hannah BöhmMünchens neuer Oberbürgermeister Krause blockiert Flughafen-Ausbau mit Klimakurs
Dominik Krause von den Grünen ist mit 56,4 Prozent der Stimmen zum neuen Oberbürgermeister Münchens gewählt worden. Seine Wahl markiert einen Wechsel an der Spitze der Stadt und beendet die Amtszeit des langjährigen Amtsinhabers Dieter Reiter. Krause, ein engagierter Klimaschützer, nimmt nun eine Schlüsselrolle in den Entscheidungen über die Zukunft des Münchner Flughafens ein.
Die Debatte um die dritte Startbahn des Flughafens München zieht sich bereits seit Jahren hin. 2012 stimmten die Bürger in einem Volksentscheid mehrheitlich gegen den Ausbau. Trotz anfänglicher Unterstützung durch die bayerische Staatsregierung zwang wachsender Widerstand die Verantwortlichen, die Pläne vorerst auf Eis zu legen. Ein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verhängtes Moratorium blockiert den Baubeginn mindestens bis 2028.
Der Flughafenbetreiber hatte kürzlich einen juristischen Antrag gestellt, um bestätigen zu lassen, dass erste Vorbereitungsarbeiten für die Startbahn bereits begonnen hätten – in der Hoffnung, die bestehenden Genehmigungen zu wahren. Im Juli 2025 wies das Verwaltungsgericht jedoch Klagen gegen die Projektgenehmigung ab. Dennoch drängt Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin auf den Ausbau und argumentiert, München benötige mehr Kapazitäten.
Krauses Wahl stellt ein weiteres Hindernis dar. Als Oberbürgermeister vertritt er die Stadt in der Gesellschafterversammlung des Flughafens, wo München mit 23 Prozent beteiligt ist und ein faktisches Vetorecht besitzt. Zwar mied er das Thema Startbahn während seines Wahlkampfs, doch seine klare Klimaposition deutet auf Ablehnung hin. Mit Söders Moratorium und Münchens Vetorecht bleibt das Projekt vorerst blockiert.
Die dritte Startbahn sieht sich nun einer doppelten Blockade ausgesetzt: Söders Moratorium und dem politischen Widerstand aus München. Lufthansas Forderungen nach Ausbau prallen auf lokale Opposition und rechtliche Hürden. Ohne einen Kurswechsel in der Politik oder bei den Verantwortlichen wird das Projekt vor 2028 kaum vorankommen.






