Münchens neues Super-Rechenzentrum startet mit KI-Power und Öko-Innovationen
Elias BraunMünchens neues Super-Rechenzentrum startet mit KI-Power und Öko-Innovationen
Neues Hochleistungs-Rechenzentrum in München eröffnet – Meilenstein für Europas digitale Unabhängigkeit
In München hat ein neues Hochleistungs-Rechenzentrum seinen Betrieb aufgenommen und markiert damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu Europas digitaler Souveränität. Die Anlage, die Teil der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom ist, wurde am 4. Februar 2026 offiziell in Betrieb genommen. Sie stößt bereits jetzt auf großes Interesse bei globalen Konzernen wie Airbus, BMW und Siemens sowie bei Start-ups wie Perplexity und Agile Robots.
Das Rechenzentrum befindet sich sechs Stockwerke unter der Erde im Tucherpark – in Räumlichkeiten, die einst von der HypoVereinsbank als Datenspeicher genutzt wurden. Der Standort wurde vollständig modernisiert und verfügt nun über mehr als 8.000 NVIDIA-Grafikprozessoren (GPUs), genug, um die KI-Rechenleistung Deutschlands um 50 Prozent zu steigern. Im Inneren verbinden 75 Kilometer Glasfaserkabel die Systeme, während die externen Anbindungen auf geo-redundante 2 × 400-Gbit/s-Verbindungen aufgerüstet wurden.
Gekühlt wird die Anlage mit Wasser aus dem nahegelegenen Eisbach. Für die Zukunft sind ein kleines Wasserkraftwerk sowie die Nutzung der Abwärme zur Beheizung benachbarter Wohnungen geplant. Dieser nachhaltige Ansatz entspricht den übergeordneten Zielen des Projekts: Effizienz und ökologische Verantwortung.
Die im November bekannt gegebene Milliarde Euro schwere Gemeinschaftsinvestition mit NVIDIA hat bereits das erste große Forschungsprojekt hervorgebracht: SOOFI. Diese Initiative zielt darauf ab, ein neues europäisches Großsprachmodell (Large Language Model, LLM) zu entwickeln und damit die Position des Kontinents in der KI-Innovation zu stärken. Zur Eröffnung erschienen prominente Gäste, darunter Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Lars Klingbeil.
Rund um das Rechenzentrum entsteht im Tucherpark weitere Infrastruktur. Das Hilton-Hotel wird renoviert, und neue Einzelhandelsflächen sollen das Viertel aufwerten.
Das Münchner Rechenzentrum ist nun betriebsbereit und bietet fortschrittliche KI-Infrastruktur für Industrie und mittelständische Unternehmen. Durch die Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Anbietern unterstützt es Europas Bestrebungen nach digitaler Souveränität. Das erste Forschungsvorhaben des Projekts, SOOFI, wird die Kompetenzen der Region im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter ausbauen.