19 March 2026, 10:27

Münchens Zukunft wird am Sonntag in der OB-Stichwahl entschieden

Altes Schwarz-Weiß-Foto einer belebten Münchner Stadtstraße mit Passanten, Fahrzeugen und Gebäuden, Bäumen im Hintergrund und Text unten.

Münchens Zukunft wird am Sonntag in der OB-Stichwahl entschieden

Münchens Oberbürgermeister-Wahl erreicht am Sonntag ihren Höhepunkt

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Am kommenden Sonntag, dem 22. März, fällt die Entscheidung im Münchner Oberbürgermeister-Rennen zwischen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) und Herausforderer Dominik Krause (CSU). Die Stichwahl folgt auf eine knappe erste Runde, in der Reiter mit 35,6 Prozent vorne lag, während Krause 29,5 Prozent erreichte. Wohnungsbau, Verkehrspolitik und selbst die Bierauswahl auf dem Oktoberfest sind zu zentralen Themen des Wahlkampfs geworden.

Dieter Reiter, seit 2021 Münchens SPD-Oberbürgermeister, setzt in seiner Bilanz auf den Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und des öffentlichen Nahverkehrs. Unter seiner Führung wurden über 10.000 neue Sozialwohnungen genehmigt und U-Bahn-Linien erweitert. Kritiker wie Krause werfen ihm jedoch vor, die selbstgesteckten Ziele verfehlt zu haben – nur 60 Prozent der geplanten Baugenehmigungen seien erteilt worden. Auch das Problem des Verkehrsstaus bleibe ungelöst.

Dominik Krause, der CSU-Kandidat, hat mit Forderungen nach radikalen Lösungen an Zuspruch gewonnen. Er schlägt den Bau von 50.000 neuen Wohnungen vor, wobei der Schwerpunkt auf der Umwandlung leerstehender Büros in Wohnungen liegen soll. Eine eigens gegründete Behörde soll diese Umwidmungen steuern. Zudem fordert er eine Mietobergrenze von 450 Euro pro Monat für Studentenwohnheime. Im Verkehrsbereich setzt Krause auf den zügigen Ausbau von Radwegen und öffentlichen Verkehrsmitteln – selbst bei knappen Haushaltsmitteln.

Auch in der Oktoberfest-Tradition gehen die beiden Kandidaten unterschiedliche Wege. Krause zeigt sich offen für die Aufnahme der Giesinger Brauerei als siebtes Bier auf dem Fest, während Reiter sich nicht festlegen will. Reiters Ansatz im Wohnungsbau ist ausgewogen, doch bei Büroumwandlungen bleibt er zurückhaltend. Zwar unterstützt er Radfahrer und Fußgänger, besteht aber darauf, Autofahrer nicht zu vernachlässigen.

Krauses Aufstieg spiegelt die wachsende Unzufriedenheit mit Reiters Tempo in Wohnungs- und Verkehrsfragen wider. Die Umfragewerte der CSU stiegen zuletzt von 25 auf 35 Prozent – die Wahl verspricht ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu werden.

Das Ergebnis der Wahl wird Münchens Zukunft in Sachen Wohnen, Verkehr und kulturelle Traditionen prägen. Ein Sieg Krauses könnte Büroumwandlungen und eine beschleunigte Verkehrswende nach sich ziehen. Bei einem Erfolg Reiters wäre hingegen mit Kontinuität im sozialen Wohnungsbau und einer ausgewogenen Verkehrspolitik zu rechnen. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden, in welche Richtung sich die Stadt entwickelt.

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