Nach zwei Tagen entlassen: Inderin warnt vor unbezahltem Praktikum in Deutschland
Ben SchmidtNach zwei Tagen entlassen: Inderin warnt vor unbezahltem Praktikum in Deutschland
Ein kurzes Praktikum einer Inderin in einem deutschen Start-up hat eine breitere Debatte über Arbeitserfahrungen im Ausland ausgelöst. Kaajal Tekwani war für die Stelle nach München gezogen, wurde jedoch bereits nach zwei Tagen entlassen. Ihre Geschichte lenkt seitdem die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen, mit denen internationale Praktikant:innen in der Start-up-Welt konfrontiert sind.
Tekwani war für das unbezahltes Praktikum nach München umgezogen, wurde aber fast sofort wieder freigestellt. Das Unternehmen begründete die Kündigung mit Verhaltensproblemen und mangelndem Fachwissen auf höherer Ebene. Zudem wurde ihr vorgeworfen, am zweiten Tag leicht verspätet erschienen zu sein – was sie auf eine Augenentzündung zurückführte.
Nach ihrer Entlassung musste Tekwani zunächst selbst für ihre Rückreise- und Unterkunftskosten nach Berlin aufkommen. Später erstattete ihr das Unternehmen die Ausgaben. Sie riet anderen davon ab, für kurzfristige, unbezahltes Praktika ohne klare Vereinbarungen oder faire Vergütung in der deutschen Bahn umzuziehen.
Ihre Erfahrung löste Online-Diskussionen über die Risiken von Auslandspraktika und die Arbeitskultur in Start-ups aus. Einige Nutzer:innen in sozialen Medien warnten davor, von einem Einzelfall zu verallgemeinern, andere wiesen auf das größere Problem von Fremdenfeindlichkeit hin, der sich Inder:innen in Deutschland ausgesetzt sehen. Trotz dieses Falls wirbt die deutsche Regierung weiterhin aktiv um indische Fachkräfte.
Konkrete Zahlen dazu, wie viele indische Studierende oder Berufstätige in den vergangenen zwei Jahren ähnliche negative Erfahrungen in deutschen Start-ups gemacht haben, liegen nicht vor.
Tekwanis Fall ist inzwischen ein viel diskutiertes Beispiel für alle, die ein Praktikum im Ausland in Betracht ziehen. Der Vorfall wirft Fragen zu Erwartungen am Arbeitsplatz, finanzieller Absicherung und der Unterstützung für ausländische Arbeitskräfte in Deutschland auf. Unterdessen bleiben Deutschlands Bemühungen, indische Fachkräfte anzuwerben, unverändert.






