Netzbetreiber testen neues Modell für schnellere Anschlusskapazitäten bei Ökostrom-Projekten
Elias BraunNetzbetreiber testen neues Modell für schnellere Anschlusskapazitäten bei Ökostrom-Projekten
Zwei große Netzbetreiber testen einen neuen Ansatz zur Vergabe von Netzkapazitäten. Die Unternehmen LVN und Bayernwerk Netz haben ein Pilotprojekt gestartet, das es Entwicklern erneuerbarer Energien ermöglicht, sich um freie Kapazitäten im Stromnetz zu bewerben. Ziel der Initiative ist es, den Anschluss neuer Projekte zu beschleunigen und Verzögerungen durch begrenzte Infrastruktur zu verringern.
Am 7. Januar 2023 ging ein Online-Portal von LVN an den Start und markierte damit den Beginn des Versuchs. Entwickler können ihre Anträge in zwei Phasen einreichen, wobei eine „Early-Bird“-Phase vom 7. bis 14. Januar für Prioritätsprojekte läuft. Das Portal bleibt vier Wochen geöffnet – oder bis die Nachfrage das verfügbare Angebot übersteigt.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen zusätzliche 80 Megavoltampere (etwa 80 Megawatt) am Umspannwerk Balzhausen. Diese neue Kapazität wird voraussichtlich Ende 2025 verfügbar sein, dank eines Transformator-Upgrades. Parallel dazu baut Bayernwerk in Niederviehbach ein zweites Umspannwerk, um die künftige Versorgung weiter zu stärken.
Nach dem „Plug-and-Feed“-Modell weisen die Netzbetreiber nun aktiv freie Kapazitäten zu, statt auf Anfragen zu warten. LVN wird die Antragsteller innerhalb von zehn Tagen über den Erfolg informieren. Wer einen Platz sichert, erhält seinen Netzanschluss für zwölf Monate reserviert.
Das Pilotprojekt verändert die Art und Weise, wie Netzkapazitäten verwaltet werden, und ermöglicht erneuerbaren Energien einen schnelleren Zugang zu Anschlüssen. Bei Erfolg könnte das Modell auf weitere Regionen ausgeweitet werden. In der ersten Phase wird die Nachfrage nach den 80 Megawatt in Balzhausen getestet, die ab Ende 2025 zur Verfügung stehen.






