Neuburg an der Donau zeigt, wie Fernwärme Klimaneutralität möglich macht
Ben SchmidtNeuburg an der Donau zeigt, wie Fernwärme Klimaneutralität möglich macht
Neuburg an der Donau, eine Stadt mit 30.000 Einwohnern, strebt mit ihrem Fernwärmenetz Klimaneutralität an. Bereits jetzt spart das System jährlich rund 18.000 Tonnen CO₂ ein, indem es etwa 400 Gebäude über ein 35 Kilometer langes Leitungsnetz mit Wärme versorgt.
Aktuell bezieht die Stadt ihre Energie aus drei Quellen: Ein Drittel stammt aus industrieller Abwärme, ein weiteres aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und das letzte Drittel aus Gasheizwerken. Zusammen erzeugen sie jährlich 65 Millionen Kilowattstunden.
Um die Abhängigkeit von Gas zu verringern, plant Neuburg, noch im Herbst ein Hackschnitzelheizwerk in Betrieb zu nehmen. Die durch den Ukraine-Krieg getriebenen Gaspreise haben die Stadt zudem veranlasst, sich auf mögliche Engpässe vorzubereiten – unter anderem, indem ölbefeuerte Heizkessel in Bereitschaft gehalten werden. Bisher hat die Kommune bereits 40 Millionen Euro in den Ausbau des Netzes investiert.
Weitere 14 Millionen Euro fließen in eine Zusammenarbeit mit einem lokalen Hersteller von Dämmmaterialien. Neuburgs Engagement hat bereits benachbarte Gemeinden dazu motiviert, ähnliche Fernwärmelösungen für ihre Klimaziele zu übernehmen.
Das Fernwärmenetz der Stadt soll noch nachhaltiger werden. Mit neuen Investitionen und alternativen Energiequellen will Neuburg den Gasverbrauch weiter reduzieren und gleichzeitig eine stabile Wärmeversorgung sichern. Das Projekt dient als Vorbild für andere Städte, die klimaneutrale Lösungen anstreben.
