Neue Matrix hilft Landwirten bei der Auswahl idealer Kulturen für Agri-Photovoltaik
Johanna MüllerNeue Matrix hilft Landwirten bei der Auswahl idealer Kulturen für Agri-Photovoltaik
Forscher der Technischen Hochschule Ingolstadt haben ein neues Werkzeug entwickelt, das Landwirten bei der Auswahl der besten Kulturen für Agri-Photovoltaik-Projekte helfen soll. Ihre Matrix bewertet, wie 12 wichtige Pflanzenarten auf Beschattung, Wasserbedarf und Veränderungen des Mikroklimas reagieren. Die in Solar Compass veröffentlichten Ergebnisse stützen sich auf 117 Studien aus über 25 Ländern weltweit.
Die Matrix nutzt die globale horizontale Sonneneinstrahlung (GHI), um zu ermitteln, welche Pflanzen unter Solarmodulen in verschiedenen Klimazonen besonders gut gedeihen. Dabei zeigt sich, dass bestimmte Kulturen wie Beeren, Obstbäume und Gemüse von den geschützten Mikroklimata profitieren, die Agri-Photovoltaik-Anlagen schaffen. Diese Bedingungen können das Wachstum fördern, indem sie Hitzestress und Wasserverlust verringern.
Auch Kräuter, Gräser und Hülsenfrüchte schneiden gut ab – insbesondere in trockenen oder semiariden Regionen, in denen Wasser knapp ist. Ihr geringer Platzbedarf und ihre Schattentoleranz machen sie ideal für Gebiete mit begrenzten Ressourcen. Dagegen benötigen Getreide, Faserpflanzen und Ölsaaten mehr Freifläche und Sonnenlicht, was sie weniger geeignet für stark beschattete Anlagen macht.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Agri-Photovoltaik besonders für kleine Landwirtschaftsbetriebe und dezentrale erneuerbare Energieprojekte sinnvoll ist. Die geringere Photovoltaik-Leistungsdichte pro Hektar fördert eine nachhaltige ländliche Entwicklung, ohne die Flächennutzung übermäßig zu belasten. Künftige Arbeiten könnten die Matrix durch reale Fallstudien, Felddaten sowie Rückmeldungen von Landwirten und Beteiligten weiter verfeinern.
Das neue Entscheidungsmodell bietet Landwirten und Projektentwicklern eine datengestützte Methode, um passende Kulturen für Agri-Photovoltaik-Systeme auszuwählen. Durch die Abstimmung von Pflanzeneigenschaften mit lokalen Solar- und Klimabedingungen soll es sowohl die Nahrungsmittelproduktion als auch die Energieeffizienz verbessern. Das Forschungsteam plant, das Werkzeug durch zusätzliche Feldtests und das Feedback von Interessengruppen weiter auszubauen.






