27 April 2026, 22:14

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

Eine detaillierte Karte von Anatolien und Armenien auf Papier, mit Text und geographischen Merkmalen wie Flüssen, Bergen und Städten annotiert.

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

Ein neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern 1915 in deutsche Klassenzimmer. Laura Cwiertnias "Auf der Straße tragen wir andere Namen", veröffentlicht vom Reclam Verlag, thematisiert Überleben, Gewalt und Diskriminierung. Das Buch soll Schülerinnen und Schülern helfen, sich emotional mit einem historischen Ereignis auseinanderzusetzen, bei dem im Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Armenier ermordet wurden.

In diesem Jahr jährt sich der Beginn des Völkermords zum 111. Mal. Trotz seines Ausmaßes wird das Thema im Unterricht oft ausgeklammert – wegen überfüllter Lehrpläne, Zeitmangels und fehlender Unterrichtsmaterialien. Deutschlands Rolle in den Verbrechen verleiht der Thematik zusätzliches Gewicht, da das Land in die Geschehnisse verstrickt war.

2016 verabschiedete der Deutsche Bundestag eine Resolution, die forderte, den Völkermord an den Armeniern verbindlich in die Schulcurricula aufzunehmen. Doch die Umsetzung stockt. Die Entscheidung des Reclam Verlags, Cwiertnias Roman ab März als Pflichtlektüre einzuführen, bietet nun einen neuen Ansatz, um das Thema im Unterricht zu behandeln.

Die Literaturwissenschaftlerin und Pädagogin Swantje Ehlers kommentierte den Roman und ordnete seine Themen – Völkermord, Migration und Konflikt – ein. Der narrative Zugang des Buches könnte Lehrkräften helfen, Schülerinnen und Schüler an eine Geschichte heranzuführen, die in vielen Klassenzimmern noch immer zu wenig Beachtung findet.

Die Veröffentlichung von Cwiertnias Roman fällt mit anhaltenden Bemühungen zusammen, den Völkermord fest im Schulunterricht zu verankern. Trotz fortbestehender Herausforderungen wie Zeitknappheit und begrenzter Ressourcen bietet das Buch Lehrkräften ein Werkzeug an die Hand. Seine Aufnahme in die Lehrpläne könnte dazu beitragen, die Forderung des Bundestags aus dem Jahr 2016 nach einer breiteren Anerkennung des Völkermords an den Armeniern umzusetzen.

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