05 June 2026, 18:08

Red Hat schränkt RHEL-Quellcode ein – Open-Source-Gemeinde empört sich

Spaltungen und Bruchlinien in der Open-Source-Gemeinschaft

Red Hat schränkt RHEL-Quellcode ein – Open-Source-Gemeinde empört sich

Red Hat hat eine grundlegende Änderung vorgenommen, wie der Quellcode von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) geteilt wird. Das Unternehmen beschränkt den Zugang künftig auf zahlende Kunden, Entwickler und autorisierte Partner. Diese Entscheidung hat in der Open-Source-Community heftige Reaktionen ausgelöst.

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Bisher stand der Quellcode von RHEL öffentlich zur Verfügung. Nun stellt Red Hat nur noch eine öffentliche Quelle bereit: CentOS Stream, eine Version mit rollierenden Updates. Zudem wurden die öffentlichen Repositories für stabile RHEL-Versionen nicht mehr aktualisiert. Der Zugang zum Quellcode ist nun nur noch denen vorbehalten, die sich verpflichten, ihn nicht weiterzuverbreiten.

Die Maßnahme stößt auf scharfe Kritik. Greg Kurtzer, Gründer von Rocky Linux, bezeichnete die Einschränkungen als absehbar, unnötig und kontraproduktiv. Oracle wirft IBM, der Muttergesellschaft von Red Hat, wettbewerbsfeindliches Verhalten vor. Die Software Freedom Conservancy hingegen behauptet, Red Hats Einhaltung der GPL-Lizenz sei mittlerweile kaum mehr als symbolisch.

Als Reaktion kündigte SUSE unter seinem neuen CEO Dirk-Peter van Leeuwen, einem ehemaligen Red-Hat-Manager, an, eine eigene RHEL-Abspaltung zu veröffentlichen. Das Unternehmen investiert rund 10 Millionen US-Dollar in seine Initiative „Liberty Linux“ und zielt dabei auf lukrative Support-Verträge ab. Bestehende Alternativen wie AlmaLinux und Rocky Linux, die ihren Quellcode weiterhin frei zugänglich machen, bleiben von Red Hats Änderungen unberührt.

Red Hats Entscheidung verändert die Verbreitung des RHEL-Quellcodes grundlegend und beschränkt ihn auf einen ausgewählten Kreis. Wettbewerber wie SUSE reagieren bereits, um die Lücke zu schließen, während gemeinschaftsgetragene Projekte weiterhin offene Alternativen anbieten. Die langfristigen Auswirkungen auf Unternehmensnutzer von Linux und das gesamte Open-Source-Ökosystem bleiben abzuwarten.

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