Revolutionäre Virenfalle: Münchner Forscher entwickeln DNA-Origami-Nanokapseln gegen Infektionen
Johanna MüllerRevolutionäre Virenfalle: Münchner Forscher entwickeln DNA-Origami-Nanokapseln gegen Infektionen
Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Technischen Universität München hat eine neue Methode zur Neutralisierung von Viren entwickelt. Der Ansatz nutzt Nanokapseln, die mithilfe von DNA-Origami hergestellt werden, um Viren einzufangen und unschädlich zu machen. Diese Innovation könnte eine Lösung bieten, wo bisher nur wenige wirksame Behandlungsmöglichkeiten existieren.
Die Wissenschaftler:innen entwarfen künstliche Hohlstrukturen in der Größe von Viren, die mit Molekülen ausgekleidet sind, welche Viren binden – und so als Fallen wirken. Tests mit adenoassozierten Viren und Hepatitis-B-Virus-Kernen in Zellkulturen zeigten einen deutlichen Rückgang der viralen Aktivität.
Die Methode könnte auch auf Coronaviren übertragbar sein. Um die DNA-Partikel für den Einsatz in Körperflüssigkeiten zu stabilisieren, setzten die Forscher:innen UV-Licht, Polyethylenglykol und Oligolysin ein. Ihr Herstellungsverfahren ermöglicht nun die Produktion von Strukturen mit bis zu 180 Untereinheiten und erreicht mit dreieckigen Plättchen Ausbeuten von bis zu 95 Prozent.
Gefördert wurde das Projekt vom Europäischen Forschungsrat, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Materialien für die Virenfallen lassen sich biotechnologisch kostengünstig herstellen, was den Ansatz skalierbar macht.
In der nächsten Phase sollen die Bausteine an lebenden Mäusen getestet werden. Die Forscher:innen gehen davon aus, dass die Fallen vom menschlichen Körper gut vertragen werden. Bei Erfolg könnte dies den Weg zu einer neuen Methode zur Bekämpfung von Virusinfektionen ebnen, für die es derzeit nur begrenzte Behandlungsoptionen gibt.






