Sachverständigenrätin warnt vor Lohn-Preis-Spirale und geopolitischen Risiken für die Wirtschaft
Hannah BöhmSachverständigenrätin warnt vor Lohn-Preis-Spirale und geopolitischen Risiken für die Wirtschaft
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat gewarnt, dass steigende Preise Arbeitnehmer dazu veranlassen könnten, höhere Löhne zu fordern. Dies könnte die Europäische Zentralbank (EZB) zwingen, die Zinsen zu erhöhen. Gleichzeitig kritisierte sie jüngste Regierungsmaßnahmen und bezeichnete den Tankrabatt als einen „großen und sozial ungerechten Fehler“.
Schnitzer verteidigte hohe Preise als notwendiges Signal für Knappheit, forderte jedoch Maßnahmen zur Senkung der Nachfrage. Sie schlug vor, ein generelles Tempolimit oder autofreie Sonntage einzuführen, um den Energieverbrauch zu reduzieren.
In der Reisebranche lehnte sie neue Subventionen für Flüge in den Sommerferien ab. Stattdessen betonte sie, dass Verbraucher ihre Pläne anpassen müssten, da Kerosinengpässe zu weiteren Flugausfällen führen könnten. Zudem warnte sie davor, Sommerreisen mit neuer Verschuldung zu finanzieren – das wäre „leichtsinnig“.
Über die nationalen Herausforderungen hinaus wies Schnitzer auf die Risiken einer möglichen Blockade der Straße von Hormus hin. Eine solche Unterbrechung könnte die Transport- und Lebensmittelkosten in die Höhe treiben und die Wirtschaft zusätzlich belasten.
Ihre Warnungen umfassen Lohn-Preis-Spiralen, Energieknappheit und geopolitische Risiken. Schnitzer lehnt kurzfristige Lösungen wie Subventionen ab und setzt stattdessen auf strukturelle Veränderungen. Die Debatte darüber, wie Bezahlbarkeit und wirtschaftliche Stabilität in Einklang zu bringen sind, wird voraussichtlich weitergehen.






