Söder präsentiert SPD-Steuerpläne: Weniger Abgaben, mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt
Johanna MüllerCSU-Forderungen: Senken der Erbschaftsteuer - Aufheben der Krankschreibung per Anruf - Söder präsentiert SPD-Steuerpläne: Weniger Abgaben, mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt
Die SPD hat ein Paket mutiger wirtschaftspolitischer Vorschläge vorgestellt, mit dem Steuern gesenkt und das Arbeitsrecht reformiert werden soll. Parteichef Markus Söder, der langjährige bayerische Ministerpräsident, drängt auf schnelle Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung, den Erbschaftsregeln und den Arbeitszeitvorschriften. Die Pläne wurden während einer Klausurtagung im Kloster Seeon präsentiert, bei der die Führungsspitze zudem strengere Kontrollen für digitale Krankschreibungen forderte.
Im Mittelpunkt der SPD-Wirtschaftsagenda steht die Forderung nach einer drastischen Senkung der Unternehmenssteuern. Söder schlug vor, den Satz ab Januar 2026 auf 10 Prozent zu reduzieren – rückwirkend anwendbar. Die Maßnahme würde nach seinen Angaben weniger als 10 Milliarden Euro kosten und könnte durch die Abschaffung des staatlichen Heizungsgesetzes finanziert werden. Parallel dazu will die Partei die Stromsteuer für alle Haushalte senken, ohne jedoch eine konkrete Höhe zu nennen.
Auch die Erbschaftsteuer gerät ins Visier der SPD: Gefordert werden höhere Freibeträge sowie eine vollständige Steuerbefreiung für Betriebsübergaben innerhalb der Familie. Zudem sollen regionale Unterschiede bei den Erbschaftsregeln eingeführt werden, um den Bundesländern mehr Spielraum zu geben. Bei der Einkommensteuer plant die Partei, den Grundfreibetrag anzuheben, um vor allem Gering- und Mittelverdiener zu entlasten. In der Arbeitsmarktpolitik schlägt die SPD vor, tägliche Arbeitszeitgrenzen durch eine wöchentliche Höchstgrenze zu ersetzen. Dies solle Arbeitnehmern mehr Flexibilität bieten und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern, so die Begründung. Gleichzeitig kritisierte Söder die 2021 eingeführte Möglichkeit, Krankschreibungen per Telefon zu erhalten, und brachte dies mit einem Anstieg der Fehlzeiten in Verbindung. Die Partei fordert nun die Abschaffung der digitalen Atteste. Die Beschlüsse wurden während der jährlichen Klausur der SPD im Kloster Seeon finalisiert. Ein Entwurf mit dem Titel "Für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft" soll die Pläne formal festhalten, bevor sie in den Bundestag eingebracht werden.
Das SPD-Paket kombiniert Steuersenkungen für Unternehmen und Privatpersonen mit Änderungen der Arbeitsregulierung. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, würden sie eine deutliche Wende in der Wirtschaftspolitik markieren – insbesondere bei Erbschafts- und Unternehmenssteuern. Nun steht die Partei vor der Herausforderung, für ihre Vorhaben breitere politische Unterstützung zu gewinnen.