Söder unterstützt Merz für weitere Amtszeit als Bundeskanzler trotz sinkender Umfragen
Johanna MüllerSöder unterstützt Merz für weitere Amtszeit als Bundeskanzler trotz sinkender Umfragen
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich öffentlich für eine weitere Amtszeit von Friedrich Merz als Bundeskanzler ausgesprochen. Seine Unterstützung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der CDU-Vorsitzende angesichts schwankender Umfragewerte Fragen zu seiner politischen Zukunft beantworten muss. Söder lobte zudem die Zusammenarbeit zwischen CDU, CSU und SPD unter Merz' Führung.
Die Äußerungen folgen auf Diskussionen über Merz' Alter und seine mögliche Amtsdauer – sein Vater wurde immerhin 102 Jahre alt. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hatte sogar angedeutet, Merz könne dank seiner "guten Gene" noch Jahre in der Politik aktiv bleiben.
Söders Rückendeckung unterstreicht sein Vertrauen in Merz' Fähigkeit, anstehende Reformen durchzusetzen. Er beschrieb das persönliche Verhältnis als eng und betonte, Merz sei nach wie vor in der Lage, die Regierungsagenda zu prägen. Gleichzeitig warnte Söder davor, dass die Union nicht den Eindruck erwecken dürfe, in ihrer Politik nur Eliten zu bedienen.
Die öffentliche Meinung hat sich seit Merz' Amtsantritt am 6. Dezember 2024 verändert. Seine Zustimmungswerte sanken laut ZDF-Politbarometer von zunächst 42 Prozent auf 35 Prozent im März 2026. Dieser Rückgang steht im Kontrast zu Angela Merkels konstanten Werten zwischen 50 und 60 Prozent und Helmut Kohls Spitzenwerten über 50 Prozent. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Koalitionsstreitigkeiten haben die Position von CDU und CSU geschwächt und Merz' Stellung weniger sicher gemacht.
Trotz der Herausforderungen hat Merz angedeutet, erneut kandidieren zu wollen. Sein Alter – mittlerweile 70 Jahre – sorgt zwar für Debatten, doch Verbündete wie Linnemann wiegeln Bedenken ab. Sie verweisen auf die Langlebigkeit in seiner Familie als Zeichen dafür, dass er noch lange politisch aktiv bleiben könne.
Söder betonte zudem, dass die Union wirtschaftliche und soziale Prioritäten ausbalancieren müsse. Die Partei müsse beweisen, dass sie breitere Interessen vertrete und nicht nur einer privilegierten Minderheit diene.
Mit Söders Unterstützung erhält Merz Rückenwind für eine mögliche weitere Amtszeit. Die Zukunft des Kanzlers hängt davon ab, ob es ihm gelingt, die Unterstützung seiner Partei zu stabilisieren und die Sorgen der Bevölkerung anzugehen. Angesichts anstehender Reformvorhaben wird genau beobachtet werden, ob er die Koalition zusammenhalten kann.






