15 March 2026, 04:12

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und zum Exportschlager wurde

Eine Frau in gelbem Kleid hält eine Puppe, beide mit sanften und neugierigen Blicken, vor einem hellblauen Hintergrund, mit dem Text "Berliner Leben Magazine - April 1928" auf dem Cover und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und zum Exportschlager wurde

1966 brachte die DDR mit Steffi eine Modepuppe auf den Markt, die speziell für Jugendliche entworfen wurde. Als einheimische Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie oder Petra entwickelte sie sich schnell zu einem kulturellen Symbol. Ihre Produktion spiegelte nicht nur die Modetrends der Zeit wider, sondern auch die wirtschaftlichen Prioritäten der DDR.

Steffis Ursprung lag in Waltershausen, einer kleinen Stadt im Thüringer Wald, die für ihre lange Tradition im Puppenhandwerk bekannt war. Gefertigt wurde sie von der volkseigenen VEB Puppenfabrik Biggi, während die Designerin Margot Schmied der Puppe den Namen ihrer eigenen Tochter gab. Im Gegensatz zu Barbie hatte Steffi eine kräftigere Statur, eine hohe Stirn und ein reiferes, damenhaftes Erscheinungsbild.

Ihr Aussehen entsprach dem Stil der 1960er-Jahre: markanter Eyeliner, türkis- oder blaugrüner Lidschatten und eine üppige, synthetische Hochsteckfrisur. Frühere Versionen gab es zudem in verschiedenen Hauttönen, was sie vielfältiger machte als viele westliche Puppen jener Zeit.

Mit einem Preis von zunächst 16 DDR-Mark galt Steffi für die meisten Familien als teuer. Dennoch wurde sie zu einem gefragten Exportartikel und diente oft als Geschenk für ausländische Würdenträger. Diese Verkäufe brachten der DDR dringend benötigte Devisen ein.

Zwischen 1978 und 1983 wurden Steffi-Puppen mit über 50 Berufsoutfits angeboten – darunter Krankenpflegerin, Ärztin, Polizistin und Lehrerin. Diese Vielfalt unterstrich ihre Rolle als Identifikationsfigur für Mädchen mit Zukunftsträumen.

Heute sind vintage Steffi-Puppen begehrte Sammlerstücke, deren Preise je nach Zustand und Originalzubehör zwischen 20 und 200 Euro liegen. Ihr Erbe lebt weiter als Spiegel ostdeutscher Designkultur, wirtschaftlicher Strategien und gesellschaftlicher Werte. Die Puppe bleibt ein greifbares Stück Geschichte für alle, die sich an das Leben hinter dem Eisernen Vorhang erinnern.

Quelle