Streeck will medizinisches Cannabis stärker kontrollieren – aber nicht verbieten
Johanna MüllerStreeck will medizinisches Cannabis stärker kontrollieren – aber nicht verbieten
Bundesdrogenbeauftragter Streeck fordert strengere Regeln für medizinisches Cannabis
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Professor Dr. Hendrik Streeck, hat sich für schärfere Kontrollen bei medizinischem Cannabis ausgesprochen, zugleich aber dessen Nutzen für Patienten anerkannt. Er warnt vor Regelungslücken, insbesondere bei Online-Rezepten und möglichem Missbrauch. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Regierung einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der Abgabebestimmungen vorbereitet.
In Deutschland erhalten mittlerweile über 100.000 Patienten medizinisches Cannabis – viele von ihnen berichten bereits nach sechs Monaten von einer verbesserten Lebensqualität. Streeck betont zwar dessen Bedeutung in der Schmerztherapie, pocht jedoch auf strukturierte Behandlungspläne und regelmäßige Kontrollen, um Abhängigkeitsrisiken vorzubeugen.
Der Entwurf zielt insbesondere auf Online-Rezepte und den Versandhandel mit Cannabis ab: Künftig soll vor einer telemedizinischen Verordnung zunächst ein persönliches Arztgespräch Pflicht sein. Streeck verweist auf frühere Widersprüche bei der teilweisen Legalisierung und fordert klarere Vorschriften, um Missbrauch zu verhindern, ohne die therapeutische Entscheidungshoheit der Ärzte einzuschränken.
Über den medizinischen Bereich hinaus äußert sich Streeck auch zum Freizeitkonsum: Hier plädiert er für eine regulierte Abgabe, um Nutzer vom Schwarzmarkt fernzuhalten. Die Debatte drehe sich nicht um eine vollständige Legalisierung, sondern um Sicherheit, Transparenz und eine fachgerechte medizinische Begleitung, so der Experte.
Das geplante Gesetz soll den Zugang für Patienten wahren, gleichzeitig aber die Kontrollen verschärfen – etwa durch ein Verbot von Online-Rezepten und strengere Auflagen für Erstkonsultationen. Streecks Position unterstreicht das Bestreben nach medizinischer Sorgfaltspflicht, ohne die anerkannten Vorteile von Cannabis infrage zu stellen. Die Reform zielt darauf ab, Schlupflöcher zu schließen und gleichzeitig Therapieoptionen für Bedürftige zu erhalten.






