SYPOX revolutioniert die Chemieindustrie mit elektrischer Syngas-Produktion
Hannah BöhmSYPOX revolutioniert die Chemieindustrie mit elektrischer Syngas-Produktion
SYPOX, ein Startup mit dem Ziel, die chemische Industrie zu 'elektrifizieren', hat seinen ersten Großkunden gewonnen. Das Unternehmen, gegründet von einem Team der Technischen Universität München (TUM), wird eine Technologie liefern, mit der Synthesegas (Syngas) mit deutlich geringeren Emissionen als in herkömmlichen Verfahren hergestellt werden kann. Dies markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg, fossile Brennstoffe in der Chemieproduktion durch nachhaltige elektrische Prozesse zu ersetzen.
SYPOX wurde 2021 mit Unterstützung des TUM Venture Lab ChemSpace und einem Existenzgründerstipendium der deutschen Regierung ins Leben gerufen. Kern der Innovation ist ein Reaktor, der wie ein elektrisches Heizelement hinter Katalysatoren fungiert – und so Öl und Gas durch Strom für chemische Reaktionen ersetzt. Das System kann die CO₂-Emissionen bei der Syngas-Herstellung um bis zu 40 Prozent reduzieren.
Der erste große Auftrag kommt von European Energy, das die elektrische Dampf-Methan-Reformierung (e-SMR) von SYPOX einsetzen wird. Ab 2026 soll die Anlage täglich rund 150 Tonnen Syngas produzieren – vollständig mit Ökostrom betrieben. Der Spezialchemiekonzern Clariant unterstützte SYPOX bei der Vertragsverhandlung. Mit Sitz in Langenbach, nahe dem TUM-Forschungsstandort in Garching, beschäftigt das Startup mittlerweile etwa ein Dutzend Mitarbeiter. Die Gründer lernten sich an der TUM kennen, wo sie die Technologie entwickelten, die ihrer elektrifizierten Chemieproduktion zugrunde liegt.
Der Deal mit European Energy unterstreicht SYPOX' Rolle im Wandel hin zu einer grüneren chemischen Industrie. Durch den Ersatz fossiler Brennstoffe durch Strom könnte die Technologie des Unternehmens die Emissionen bei der Syngas-Produktion fast halbieren. Die erste Anlage im kommerziellen Maßstab soll 2026 in Betrieb gehen.