Tirol erhöht Gebühren für Zweitwohnungen – bis zu 936 Euro pro Jahr fällig
Hannah BöhmTirol erhöht Gebühren für Zweitwohnungen – bis zu 936 Euro pro Jahr fällig
Zweitwohnungsbesitzer in Tirol sehen sich mit steigenden Kosten konfrontiert, da lokale Behörden die jährlichen Gebühren für die Ausländerbehörde erhöhen. Die jüngste Erhöhung in der Silberregion Karwendel hat für Kritik gesorgt – die Eur belaufen sich nun je nach Grundstücksgröße auf bis zu 936 Euro. Gleichzeitig sammeln die Tourismusverbände der Region durch Übernachtungssteuern und Abgaben Millionen ein, was die finanzielle Belastung für Anwohner und Gäste weiter verschärft.
Tirol setzt seit Langem auf strenge Regelungen für Zweitwohnungen, um den Wohnraummangel in beliebten Skigebieten einzudämmen. Offiziell sind über 16.000 solche Immobilien registriert, doch viele Besitzer sollen die Vorschriften – besonders in exklusiven Lagen wie Kitzbühel – umgehen. Die Gemeinden können zusätzliche Gebühren erheben, wobei die Eur je nach Wohnfläche zwischen 290 und 700 Euro liegen.
In der Silberregion Karwendel steigen die jährlichen Abgaben nun auf 312 Euro für Immobilien unter 30 m², 624 Euro für 30–100 m² und 936 Euro für größere Objekte. Dies passt in einen langfristigen Trend: In den vergangenen fünf Jahren sind die Kosten für Zweitwohnungen in Tirol um 25–30 Prozent gestiegen – deutlich mehr als in Nachbarregionen wie Salzburg oder Vorarlberg, wo die Erhöhungen im Schnitt 15–20 Prozent betrugen.
Die Gebühren fließen an die Tourismusverbände, die laut Markus Sint, Spitzenkandidat der Liste Fritz, bereits rund 240 Millionen Euro jährlich aus Übernachtungs- und Tourismusabgaben einnehmen. Seine Partei fordert eine schärfere Kontrolle illegaler Zweitwohnungen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Die Debatte gewinnt an Brisanz, da ein weiteres Südtiroler Urlaubsziel plant, seine Tourismussteuer ab 2026 zu verdoppeln.
Betroffen sind sowohl Kurzzeiturlauber als auch langfristige Zweitwohnungsbesitzer, da die Abgaben an die Ortsabgabe gekoppelt und nach Immobiliengröße gestaffelt sind.
Die Gebührenerhöhungen werden die finanzielle Belastung für Zweitwohnungsbesitzer weiter verschärfen, insbesondere in stark nachgefragten Gebieten. Die lokalen Behörden rechtfertigen die Maßnahmen mit der Notwendigkeit, Infrastruktur zu finanzieren und Wohnraum für Einheimische zu erhalten. Angesichts der Rekordeinnahmen der Tourismusverbände dürften die Diskussionen über Bezahlbarkeit und Regulierung in Tirol jedoch weiter anhalten.