Vater entführt und bedroht mutmaßliche Angreifer seines Sohnes in Oberfranken
Hannah BöhmRache des Vaters: Hat er das Gesetz in die eigene Hand genommen, nachdem sein Sohn angegriffen wurde? - Vater entführt und bedroht mutmaßliche Angreifer seines Sohnes in Oberfranken
Verdacht auf Selbstjustiz in Oberfranken – Vater nach Entführung und Bedrohung zweier Jugendlicher festgenommen
In Oberfranken wird ein Fall mutmaßlicher Selbstjustiz untersucht. Ein Vater steht unter dem Verdacht, zwei Jugendliche in einer Autowerkstatt zu entführen, festzuhalten und mit einer Waffe zu bedrohen. Die beiden 14-Jährigen soll er über eine Stunde lang gegen ihren Willen festsetzen. Auslöser der Eskalation war ein vorheriger Angriff auf seinen 16-jährigen Sohn, der schließlich zur Festnahme des Mannes führte.
Der Vorfall nahm seinen Lauf, als der 16-Jährige von den beiden jüngeren Teenagern überfallen, gewürgt, geschlagen und getreten wurde. Anschließend raubten sie ihm seine Hüfttasche. Der Vater des Opfers nahm die Ermittlungen daraufhin selbst in die Hand: Er nahm die mutmaßlichen Täter in einer Kfz-Werkstatt auf und soll sie dort mit einem Grillspieß bedrohen, während er sie mehr als eine Stunde lang festhielt.
Erst das Einschreiten des Werkstattbesitzers beendete die Konfrontation – er wies alle Beteiligten des Geländes. Doch damit nicht genug: Noch in derselben Nacht soll der Vater mehrere Personen mit einer Signalpistole bedrohen. Die Polizei bittet nun Zeugen, sich zu melden, und ermittelt weiter in dem Fall.
Die angeblich aus dem Wunsch heraus, seinen Sohn zu schützen, begangenen Taten haben für den Vater schwere Konsequenzen: Ihm drohen Anklagen wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Bedrohung. Die Ermittlungen zu dem Verdachtsfall auf Selbstjustiz laufen noch – die Behörden hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.