18 June 2026, 12:14

Warum das Kinderlied "Ringel, Ringel, Reihe" keine Pest-Botschaft trägt

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinderlied 'Ring Around The Rosie'

Warum das Kinderlied "Ringel, Ringel, Reihe" keine Pest-Botschaft trägt

„Ringel, Ringel, Reihe“ – ein harmloses Kinderlied mit düsterem Mythos

Das Kinderreimchen „Ringel, Ringel, Reihe“ (im Englischen „Ring Around the Rosie“) wird seit langem mit finsteren historischen Ereignissen in Verbindung gebracht. Viele glauben, es beschreibe die Pest oder den Schwarzen Tod. Doch Experten argumentieren mittlerweile, dass diese Deutungen kaum haltbar sind.

Die früheste gedruckte Fassung des Reims auf Englisch erschien erst 1881 – was eine angebliche mündliche Überlieferung über fünf Jahrhunderte hinweg unwahrscheinlich macht. Manche behaupten, der Text beziehe sich auf die Große Pest von London im Jahr 1665, wobei „Rosen“ für Hautausschläge stünden und „wir fallen hin“ den Tod symbolisiere. Doch es gibt keine belastbaren Belege für diesen Zusammenhang.

Andere sehen darin einen Verweis auf den Schwarzen Tod im 14. Jahrhundert. Allerdings war die Leichenverbrennung in England zu dieser Zeit verboten – ein schwaches Argument. Die Pest-Theorie tauchte überhaupt erst 1961 auf, Jahrzehnte nach der ersten Veröffentlichung des Reims.

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Tatsächlich dürfte es sich ursprünglich um ein einfaches Kinderspiel mit Gesang gehandelt haben. Möglicherweise hat es Wurzeln im Deutschland des 18. Jahrhunderts oder in amerikanischen „play parties“, bei denen Jugendliche im Kreis tanzten – oft ohne musikalische Begleitung. Die zahlreichen Varianten des Textes erschweren zudem die Rückverfolgung seines genauen Ursprungs.

Die meisten Forscher gehen heute davon aus, dass der Reim nichts weiter als ein verspieltes Kinderlied ohne verborgene Bedeutung war. Die Assoziation mit Krankheiten entstand erst später. Das Fehlen früher Belege und die Vielfalt der Textfassungen machen andere Erklärungsversuche unwahrscheinlich.

Quelle