08 May 2026, 22:14

Warum Deutschland Energiegemeinschaften trotz EU-Pflicht blockiert

Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, das den Text "Investing in Communities: Biggest Investment in Rural Electricity Since the New Deal" zeigt.

Warum Deutschland Energiegemeinschaften trotz EU-Pflicht blockiert

Deutschland hat Energiegemeinschaften noch nicht umgesetzt – trotz EU-Vorgabe

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Obwohl eine EU-Richtlinie die Einführung von Energiegemeinschaften vorschreibt, fehlt in Deutschland bis heute die entsprechende Umsetzung. Bei diesen lokalen Netzen können Haushalte und Unternehmen erneuerbaren Strom innerhalb desselben Netzgebiets teilen und verkaufen. Eine neue Studie zeigt nun sowohl die Vorteile als auch die rechtlichen Hürden auf, die einer Einführung im Weg stehen.

Das Konzept des „Energy Sharing“ sollte eigentlich bereits in deutsches Recht überführt werden. Doch der aktuelle Gesetzentwurf schließt weiterhin alle diejenigen aus, die keine eigenen Solaranlagen besitzen. Diese Einschränkung verhindert, dass viele Haushalte und Betriebe teilnehmen können – obwohl der weitere rechtliche Rahmen in Deutschland eigentlich verschiedene kollektive Energiemodelle zulassen würde.

Forschende des Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) haben die Auswirkungen unterschiedlicher Energiegemeinschaften in drei Beispielkommunen analysiert. Ihre Simulationen ergaben, dass gut organisierte lokale Energienetze Engpässe im Stromnetz verringern und die Stromkosten senken könnten. Zudem zeigte die Studie, dass die stabilisierende Wirkung auf das Netz je nach Struktur der Gemeinschaften variiert.

Damit Energiegemeinschaften effektiv funktionieren, empfiehlt der Bericht flexible Netzentgelte, bessere Kompatibilitätsprüfungen für die Netzanbindung sowie intelligente Steuerungssysteme. Solche Maßnahmen würden helfen, Angebot und Nachfrage auszugleichen und gleichzeitig die Netzstabilität zu gewährleisten. Die Autor:innen argumentieren, dass solche Änderungen auch die öffentliche Akzeptanz für Erneuerbare stärken würden, indem lokal erzeugter Strom bezahlbarer wird.

Ohne rechtliche Anpassungen bleiben Energiegemeinschaften in Deutschland jedoch weiterhin ausgeschlossen. Die FfE-Studie kommt zu dem Schluss, dass sie – richtig umgesetzt – die Kosten senken, die Netzbelastung verringern und die Nutzung erneuerbarer Energien beschleunigen könnten. Der nächste Schritt hängt nun davon ab, ob die Politik den aktuellen Gesetzentwurf überarbeitet, um die Teilnahme zu erleichtern.

Quelle