Wasserstoff-Fördermillionen verpuffen: Warum Deutschlands Pläne scheitern
Johanna MüllerWasserstoff-Fördermillionen verpuffen: Warum Deutschlands Pläne scheitern
Deutschlands Vorstoß für eine Wasserstoffinfrastruktur hat erhebliche Rückschläge erlitten – ein Großteil der bereitgestellten Fördergelder blieb ungenutzt. Trotz ehrgeiziger Ziele scheiterten viele Projekte oder kamen nie über das Planungsstadium hinaus, sodass Millionen an Subventionen unverbraucht blieben. Die zögerliche Entwicklung wirft Fragen zur Zukunft von Wasserstoff als massentaugliche Energiequelle auf.
Ein Bundesprogramm zum Bau von 100 Wasserstofftankstellen verfehlte sein Ziel deutlich: Bis zum Auslaufen der Förderung waren erst 20 Stationen entstanden. Von den zwischen 2018 und 2025 vorgesehenen 61 Millionen Euro an Fördermitteln flossen lediglich 16,3 Millionen. Weitere 9 Millionen Euro mussten sogar zurückgegeben werden, weil geplante Vorhaben nie realisiert wurden.
Auch in Bayern zeigte sich ein ähnliches Bild. Der Freistaat stellte knapp 142 Millionen Euro für Energieforschung bereit, wovon bis Ende 2025 etwas mehr als die Hälfte abgerufen wurde. Für den Bau von Elektrolyseuren – eine Schlüsseltechnologie zur Wasserstofferzeugung – wurden jedoch von den zugesagten 120 Millionen Euro nur 4,1 Millionen ausgezahlt.
Die Bundesregierung setzt nun auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem für industrielle Anwendungen konzipiert ist. Experten warnen jedoch, dass Wasserstoff für eine breite Nutzung in Heizungen oder im Verkehr nach wie vor zu teuer sei. Zudem bliebe Deutschland – ähnlich wie bei Erdgas – stark von Importen abhängig.
Aufgrund der schwachen Nachfrage und hohen Kosten bleiben große Teile der für Wasserstoffprojekte reservierten Mittel ungenutzt. Die Konzentration auf industrielle Einsatzgebiete deutet auf eine eher begrenzte Rolle des Energieträgers im deutschen Energiemix hin. Eine flächendeckende Nutzung in Haushalten oder Autos scheint vorerst unwahrscheinlich.






