Wie ein bayerisches Dorf die Energiewende mit Millionenüberschuss meistert
Ben SchmidtWie ein bayerisches Dorf die Energiewende mit Millionenüberschuss meistert
Wildpoldsried – ein kleines bayerisches Dorf als Vorreiter der Energiewende
Das beschauliche Wildpoldsried hat sich zu einer führenden Kraft im Bereich erneuerbarer Energien entwickelt. Seine Projekte stoßen auf breite Unterstützung und erzeugen mittlerweile weit mehr Strom, als die Gemeinde selbst verbraucht.
Der Weg in die Energieautarkie begann 1998 mit einer lokalen Ideenschmiede. Seither hat sich das Engagement rasant ausgeweitet. Heute produziert Wildpoldsried fünfmal so viel Energie, wie es benötigt – der Überschuss bringt der Gemeinde jährlich rund 6 Millionen Euro durch den Verkauf ein.
Ein zentraler Baustein ist die Solarenergie: 37 Prozent aller Dächer sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Auch die Windkraft spielt eine entscheidende Rolle. Rund 300 Einwohner haben in die örtlichen Windräder investiert – eine Chance, die ausschließlich den Bürgern vor Ort offensteht. Die Rendite übertrifft dabei klassische Bankguthaben bei Weitem.
Die Auswirkungen auf die Emissionen sind beeindruckend: Wildpoldsried hat seinen CO₂-Ausstoß um 125 Prozent reduziert. Doch die Gemeinde ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Geplant sind zehn weitere Windkraftanlagen, die in Kooperation mit Nachbargemeinden entstehen sollen.
Das Erfolgsmodell Wildpoldsried beweist, was lokale Energiewende-Projekte leisten können. Das Dorf erwirtschaftet jährlich Millionen – und das bei gleichzeitiger Verringerung seines ökologischen Fußabdrucks. Das Konzept zieht weiterhin Investitionen und Interesse der Bürger auf sich.
